Camperferien auf Elba in der Toskana

Camperreisen mit Familie, Camping am Wasser, Fahrzeuge & Technik, Reiseberichte
Alle Regionen, Italien

Steckbrief

Wer:

Familie Jenzer, Mutter und Vater mit einer Tochter im Teenager-Alter

Reisedauer:

8 Tage

Jahreszeit:

Frühling (April)

Routenlänge:

1790 Kilometer

Route:

Zürich – Chiasso – Mailand – Piombino – Portoferraio – Lancona – Portoferraio – Cremona – Mailand – Zürich

Inhaltsverzeichnis

Frühlingszeit ist Rauszeit! Wenn in der Schweiz jedoch ein später Wintereinbruch stattfindet und der Frühling in weiter Ferne scheint, ist die Alpensüdseite oft die rettende Sonnenstube. Die Insel Elba haben wir schon oft als Reiseziel in Betracht gezogen, aber immer aufgrund von anderen ebenso lang gehegten Wünschen auf später verschoben. Und so nehmen wir nach vielen Jahren endlich die Reise auf die grösste der Tyrrhenischen Inseln unter die Räder.

Unser Campingfahrzeug: VW T5

Wir sind leidenschaftliche Betreiber von CITYPEAK CAMPERS. Vor der Gründung unseres Mietunternehmens hatten wir bereits einen VW T5 Camper als saisonales Fahrzeug von einer Vermietung erworben. Aus einem Hobby wurde mehr, und daher haben wir vor vielen Jahren mit Gleichgesinnten CITYPEAK CAMPERS aus Überzeugung gegründet. Unser privater VW Camper ist das Vorgängermodell der aktuellen VW T6.1 California Camper, die wir in unserer Wohnmobil-Mietflotte führen. Diese Modelle unterscheiden sich nur geringfügig voneinander – die Fahrzeuggröße und der Innenraum sind identisch.

Unser VW Camper kann mit der Premium-Camper-Kategorie verglichen werden, wie sie in den Fahrzeugkategorien beschrieben ist. Von Werk aus ist er bestens ausgestattet, verfügt jedoch zusätzlich über einen Gepäcklastenauszug und ein Luftfahrwerk. Der Gepäcklastenauszug im hinteren Bereich ermöglicht es uns, das Gepäck bequem herauszuziehen, ähnlich wie bei einer Schublade. Wir organisieren unser Gepäck in persönlich beschrifteten Plastikboxen, die mit Deckeln verschlossen werden können. Dies ermöglicht jedem Reisenden einen einfachen Zugang zu seiner Kleidung. Besonders während Reisen mit unseren beiden Teenagern schätzen wir diese Komfortsteigerung sehr.

Das Luftfahrwerk bietet verschiedene Funktionen. Die wichtigste Funktion für uns ist die Möglichkeit, das Fahrzeug per Knopfdruck innerhalb weniger Sekunden über beide Achsen hinweg auszurichten, unabhängig von der Beschaffenheit des Bodens. Dadurch können wir auf ebenem Untergrund schlafen, aber auch das Fahrzeug schnell von 2 Metern auf 1,93 Meter absenken, um in Tiefgaragen mit begrenzter Höhe Platz zu finden. Dies hat uns oft die mühsame Parkplatzsuche in der Innenstadt erspart. Falls Sie sich für Technik interessieren: Schauen Sie in unserem Video, wie unsere Fahrzeuge mit einem Luftfahrwerk ausgestattet werden!

Die Küchenzeile verfügt über einen Gaskocher und einen leistungsstarken Kühlschrank. Geschirr, Tassen und Besteck sind selbstverständlich vorhanden. Nicht gekühlte Lebensmittel finden ebenfalls Platz in der Küchenzeile. Unser privater VW Bus verfügt ebenso wie unsere anderen VW Camper über eine Anhängerkupplung (für den Transport von Fahrrädern) und Allradantrieb. Das Navigationsgerät bietet eine europaweite Übersicht von Campingplätzen. Zusätzlich sind eine effiziente Klimaanlage für heisse Tage und eine Standheizung für kühle Nächte integriert.

Wir haben unseren VW Bus mit Komfortmatratzen ausgestattet, wie sie auch bei CITYPEAK CAMPERS angeboten werden – sowohl für das untere Doppelbett als auch für das obere Doppelbett. Guter Schlaf ist genauso entscheidend wie zu Hause oder im Hotel. Der Innenraum kann mit lichtdichten Vorhängen abgedunkelt werden, wenn auch weniger elegant als im neueren VW T6 California Modell, wo leichte Rollos für ein großzügigeres Raumgefühl einfach heruntergezogen werden können.

Für das Packen nutzen wir ebenfalls die in der CITYPEAK App integrierte Packliste, um uns auf das Wesentliche zu konzentrieren und dennoch nichts Wichtiges zu vergessen. Die beschriebene Premium-Camper-Kategorie sowie die anderen VW-Camper-Fahrzeugkategorien können an 6 Vermietungsstationen in der Schweiz gebucht werden. Die Abholstationen befinden sich in Gebertingen bei Rapperswil-Jona, bei Luzern, in der Nähe von Basel, in Avery in der Nähe von Fribourg und Bern sowie in Biel und Oensingen im Kanton Solothurn.

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Weitere Informationen
Unsere Route mit dem Camper

Tag 1:
Abfahrt aus der Schweiz

Um 19 Uhr drehen wir den Zündschlüssel und fahren durch den Gotthard-Strassentunnel ins Tessin. Unser Ziel ist es, Mailand noch zu passieren, damit wir dem Morgenverkehr ausweichen können. Die kostenlose App park4night liefert uns für einige Stunden Nachtruhe den gewünschten Hinweis für einen geeigneten Parkplatz südlich von Mailand.

Tag 2:
Fähre Piombino – Portoferraio

Um 6 Uhr rollen wir bereits auf der Autobahn weiter Richtung Piombino. Vor Mittag überqueren wir mit der Autofähre von Toremar die kleine Meerenge Richtung Portoferraio. Dort angekommen, erreichen wir unser Ziel, Laconella, in wenigen Fahrminuten. Campingplätze gibt es viele. Wir steuern bewusst den Camping Valle Santa Maria an, den wir als persönlichen Tipp von einer langjährigen Freundin empfohlen erhalten haben. Der charmante Platz liegt direkt am feinsandigen Strand mit Blick auf die weit entfernte Isola di Montecristo. Ohne vorgängig eine Reservation getätigt zu haben freuen wir uns, dass wir einen Stellplatz direkt in der ersten Reihe hinter dem Strand erhalten haben. Die sanitären Anlagen auf dem Campingplatz sind sauber gehalten und das Bistrot Miramar am Strand serviert eine leckere italienische Küche.

Tage 3 bis 6:
Elba

Lancona ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Insel sternförmig zu erkunden und dabei den Campingplatz nicht wechseln zu müssen. An einem Tag steuern wir das pittoreske Capoliveri im Südosten der Insel an und erkunden die «Miniera del Vallone» ausserhalb der Ortschaft Innamorata. Die stillgelegte Erzmine mit alten Gebäuden, Baggern und Förderanlagen ist ein Besuch wert. Ob zu Fuss oder mit dem Bike – die Pfade sind gut ausgeschildert und unterhalten. Und wer die Augen offen hält, sieht mit etwas Glück auch Wildschweine mit Frischlingen. In Porto Azzurro herrscht reges Treiben um den kleinen Hafen. In der Pizzeria Bistrot Della Corte geniesst man leckere Pizzen und hat einen tollen Blick auf das hübsche Zentrum. Auf dem Rückweg lohnt sich ein Halt in einer der spektakulärsten Bars – dem Acquarilli in Norsi. Die Bar liegt auf einem Felsvorsprung mit Fernsicht auf Capoliveri. Die Rundumsicht sucht seinesgleichen. Hunde spielen zwischen einfach gefertigten Lounge- Sesseln und Kakteen, Paare geniessen verliebt den Sonnenuntergang.

Neuer Tag, neue Entdeckungsreise – und was für eine! Westwärts überqueren wir bewaldete und kurvige Hügelzüge und erreichen Marina di Campo. Unser VW Camper schnaubt sich die kurvige Passstrasse hoch, im Blick immer die höchste Inselerhebung, der Monte Capanne (1’019 m). In Poggio lohnt sich ein Halt. Das stark verwinkelte Dorf bietet immer neue Ausblicke auf das weiter unterhalb liegende Meer. Die Trattoria Sciamadda mit der vorgelagerten kleinen Terrasse ist ein idealer Mittagshalt mit leckerer hausgemachter Pasta. In Erinnerung bleibt uns auch das gemütliche Schlendern entlang des geschützten Hafens in Marciana Marina und der Dorfrundgang in Marciana. Von hier aus umfahren wir die Insel in westlicher Richtung. Lohnenswert ist ein Abstecher nach Zanca-Sant’Andrea. Ein erfrischender Drink unter der wärmenden Sonne der Summer Bar und Sommerferien-Feeling macht sich breit.

Wir waren uns nicht bewusst, dass wir an diesem Tag eine der spektakulärsten Küstenstrassen Europas fahren werden. Die Strecke zwischen Colle d’Orano und Fetovaia zählt mit zum Schönsten, was eine Küstenstrasse zu bieten hat. Jede Strassenbiegung offenbart neue Blicke auf das glitzernde Meer entlang der Höhen-Panoramastrasse. So viele Eindrücke machen hungrig. In La Pila nähe Campo nell’Elba befindet sich ein echter Geheimtipp. Anstelle Pizza gibt’s hier Pinsa – die Spezialität im Diecilire. Ein echter Genuss in einem ehemaligen Keller- und Stallgebäude. Ein Glas Rotwein und Meeresrauschen rundet den Abend auf dem Campingplatz ab.

Die Hauptstadt Portoferraio verfügt über einen geschäftigen kleinen Hafen und farbige Häuserzeilen zieren den Beginn der dahinter verborgenen Altstadt. Wer beim Schlendern durch die Gassen jedoch eine Vielfalt an schmucken Läden erwartet, wird enttäuscht. Viel mehr begegnet man beeindruckenden Bauwerken, wie etwa der Villa die Mulini – einem ehemaligen Wohnsitz Napoleon Bonapartes 1814. Einen beeindruckenden Blick auf das schmucke Städtchen gewinnt man übrigens auch auf einem der schönsten Weingüter der Insel – dem Weingut La Ciusa. Der bekannteste Gast des Gutshofs war übrigens auch Napoleon. Nebst hervorragendem Rot- und Weisswein kann man auch Olivenöl der eigenen Produktion degustieren und kaufen.

Tipps vom Traveller

Besuch eines Weinguts

Wein ist bekanntlich Geschmackssache. Der Rosso Riserva DOP «Ginevra” schmeckt uns auch Zuhause hervorragend und lässt einem herrliche Elba-Tage in Erinnerung rufen.

Kulinarisches

Ganzjährig geöffnet und in der Altstadt gelegen besticht das Teatro Bistro & Wine Bar mit ehrlicher italienischer Küche.

Ein Tag ausspannen und sich einfach treiben lassen? In Marino di Campo geniessen wir orteingangs im Hotel Barcarola Tee und Espresso mit leckerem Gebäck. Danach ist gemütliches Schlendern durch die Gassen mit Boutiquen angesagt. Am Nachmittag geniessen wir die wärmende Sonne am Strand auf dem Campingplatz.

Eindrücke aus dem Nordosten fehlen uns noch. Via Porto Azzurro reisen wir nach Rio nell’Elba, einem mit engen Gassen verwinkelten Dorf. Das benachbarte Rio Marina grenzt ans Meer und überrascht mit farbenfrohen Häuserzeilen. Über eher karges Gebiet gelangen wir nach Cavo im nordöstlichsten Zipfel der Insel. Kurvenreiche Strassen bringen uns danach nach Porto Azzurro zurück, wo wir in der Osteria la Botte Gaia hervorragende italienische Küche geniessen. Ein würdiges Abendessen abseits der touristischen Meile.

Tag 7 bis 8:
Rückfahrt in die Schweiz (Cremona, Arese)
Mittags bringt uns die Fähre nach einer kurzen Überfahrt zurück zum Festland. Unser Ziel ist Cremona – Herkunft der weltbekannten Stradivari-Geigen. Im Zentrum schauen wir einem gelernten Geigenbauer über die Schultern und sind beeindruckt über dieses Kunsthandwerk. Das unscheinbare Restaurant Quadrophenia in der Via Porta Po Vecchia 2/A überzeugt nicht mit der Einrichtung, definitiv aber mit der Zubereitung des Essens. Das Risotto Nebbiolo zählt mit zu den besten, die ich je gekostet habe und auch die Pasta Moccolotto Cacio Whiskey überzeugen. Der Campingplatz in Cremona ist ein hervorragender Übernachtungsplatz mit guten sanitärischen Anlagen und eignet sich als Rückreisestopp in die Schweiz. Der «Self check-in Camping» ist selbst zur späten Stunde noch zugänglich und die einfache Online-Bezahlung bietet sich auch für frühe Abfahrten an.

In Arese bei Mailand bietet das grösste Shoppingcenter der Stadt schier endlose Auswahl an Kleider- und Schuhläden. Die Rückreise nach Hause lässt sich somit gut unterbrechen und ist ab Mailand in wenigen Stunden vollbracht.

Variante bei weniger Zeit: kürzere Tour in 5 Tagen

Die reine Fahrzeit nach Elba beträgt rund 7 bis 8 Stunden, je nach Wohnort in der Schweiz. Wer einfach dem Regenwetter in der Schweiz entfliehen möchte und ein paar Tage Sonne, Sand und Meer geniessen will, kann trotz 700 bis 800 km Fahrstrecke pro Weg diese Reise tätigen. Vor Ort auf Entdeckertour gehen oder einfach das süsse Nichtstun geniessen  – das können Sie je nach individuellen Vorlieben entscheiden.

Unser Reisefazit im VW Camper nach Elba

Über Elba wird viel geschrieben und alle, die schon da waren, schwärmen. Die Gefahr der zu hohen Erwartungshaltung besteht. Hier ist unser Fazit:

Elba hält, was es verspricht. Landschaftlich zählt die Insel zu den schönsten im Mittelmeer – jede Strassenbiegung hält einen schöneren Ausblick bereit. Insbesondere die Küstenstrasse zwischen Colle d’Orano und Fetovaia ist wie aus dem Bilderbuch. Die gut gepflegten Grundstücke der Einheimischen helfen mit, dass das Landschaftsbild insgesamt einen pittoresken Eindruck macht.
Kulinarisch haben wir auf Elba keine Enttäuschungen erlebt. Wir haben trotz VW Camper nie selber gekocht sondern, wollten bewusst die italienische Küche in Restaurants geniessen. Die Speisen waren alle lecker bis vorzüglich. Die besten Adressen und Hinweise haben wir im Reisebeitrag vermerkt.
Camping ist auf Elba gross geschrieben. Es gibt eine Vielzahl an Campingplätzen über die Insel verteilt. Idealerweise unternimmt man sternförmige Ausflüge und kann somit stationär auf demselben Platz bleiben. Aus diesem Grund empfehlen wir, den Campingplatz in der Hochsaison zu reservieren, um sich eine schöne Parzelle (ideal mit Schatten und unweit vom Meer) zu sichern.
Die Insel Elba ist insbesondere bei Deutschen und Schweizern sehr beliebt. Wer eine authentische Destination abseits touristischer Pfade sucht, wird hier selbst im Frühling enttäuscht. Generell empfehlen wir als Reisezeit Frühling oder Herbst – im Sommer ist ein Mehrfaches an Touristen auf der Insel.
Shoppingliebhaber kommen auf der Insel aber mit Sicherheit zu kurz – selbst in der Hauptstadt vermissten wir eine tolle Flaniermeile mit hübschen Boutiquen. Aufgrund der Topografie sind die Freizeitoptionen jedoch schier unbegrenzt. Ob Wandern, Biken, Baden oder Ausflüge tätigen – die Insel bietet sehr viele Möglichkeiten.
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